Am 01.07.2010 wurde gegen 8.57 Uhr ein Großalarm für alle Einsatzkräfte des Nürnberger Land ausgelöst. Ein polnischer LKW, angeblich beladen mit Tonnen von Gefahrgut, brannte lichterloh.
Von: Christian Falk, Fachberater THW LaufDer Sattelschlepper war kurz vor der Anschlussstelle Hormersdorf in Richtung Berlin unterwegs. Der Fahrer bemerkte den Brand und konnte das Gespann etwa 500 Meter vor der Anschlussstelle Hormersdorf zum Stehen bringen.
Da die Meldung „LKW Vollbrand mit Gefahrgut“ lautete wurden die Wehren aus Schnaittach und Altdorf mit dem Gerätewagen Gefahrgut (GWG) alarmiert. Bereits auf der Anfahrt konnte die starke Rauchentwicklung von weitem gesehen werden.
Durch den Kreisbrandrat Norbert Thiel wurde die Alarmierung weiterer Feuerwehren veranlasst: So wurden die Feuerwehren Hormersdorf, Röthenbach a.d. Pegnitz und Lauf a.d. Pegnitz nachalarmiert.
Zur Koordination der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle wurde ebenfalls die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) alarmiert. Zusammen mit dieser Einheit wurde die Fachgruppe Führung und Kommunikation (FK) des THW Lauf a.d. Pegnitz alarmiert.
Die sich in Richtung Osten ausbreitende starke Rauchwolke bedrohte ebenfalls angrenzende Wohngebiete. Da nach wie vor nicht klar war, um welchen Gefahrstoff es sich handelte, wurde ebenfalls die FF Hersbruck alarmiert, um Messungen in den Wohngebieten vorzunehmen. Die Bevölkerung wurde über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Darüber hinaus wurden noch Warndurchsagen über das Radio durch die Polizei veranlasst.
Die Autobahn wurde weiträumig gesperrt, PKW Fahrer in unmittelbarer Nähe mussten Ihre Fahrzeuge sofort verlassen und wurden aus der Gefahrenzone gebracht. Es bestand die Gefahr von möglichen Explosionen. Die Fahrspuren in Richtung Nürnberg wurden ebenfalls komplett gesperrt.
Die ersten Einsatzkräfte löschten aus sicherer Entfernung unter schwerem Atemschutz den in Vollbrand befindlichen LKW. Nach geraumer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass es sich hierbei glücklicherweise nicht um einen Gefahrstoff handelte, sondern der LKW mehrere Tonnen von Kunststoffgranulat (Polyamid PA 6) geladen hatte.
Nach Aussagen der Feuerwehr bestand dadurch keine Gefahr für die umliegenden Häuser. Der LKW Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt.
Auf Veranlassung des Kreisbrandrats Norbert Thiel wurde gegen 9.30 Uhr noch der Technische Zug des THW Lauf nachalarmiert. Zur Unterstützung bei den Nachlöscharbeiten und der anschließenden Bergung wurde der Radlader des THW benötigt.
Der Radlader räumte das auf der Ladefläche verbliebene Granulat ab und die Kameraden der Feuerwehr Schnaittach löschten immer wieder kleinere Flammen ab. Das Granulat wurde direkt auf der Fahrbahn gelagert und systematisch abgelöscht. Zur Sicherheit blieb ebenfalls das Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 der Feuerwehr Röthenbach mit vor Ort.
Parallel dazu pumpten die Kameraden der FF Schnaittach noch die Reste aus dem Tank des LKWs. Der Tank selbst war durch die extreme Hitze im oberen Teil bereits weg geschmolzen - so war der Zugang zumindest erleichtert.
Nachdem das Granulat komplett abgeladen und abgelöscht bzw. gekühlt war, konnten die Einheiten der Feuerwehren einrücken.
Das THW Lauf unterstützte die Bergung des LKWs und reinigte zusammen mit der Autobahnmeisterei die Fahrbahn. Das Granulat wurde mit dem Radlader in bereitgestellte Mulden verladen.
Während der gesamten Bergungsarbeiten waren alle drei Fahrspuren in Richtung Berlin gesperrt. Die Fahrtrichtung Nürnberg wurde nach Abschluss der Löscharbeiten wieder aufgemacht.
Die Totalsperre in Richtung Berlin wurde gegen 15.00 Uhr teilweise aufgehoben – die linke Fahrspur konnte freigegeben werden und so der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt werden.
Die Kameraden der Feuerwehr Schnaittach hatten freundlicherweise die Versorgung mit Getränken und Essen an der Einsatzstelle übernommen - DANKE.
Innerhalb des kilometerlangen Rückstaus hatte der Rettungsdienste (BRK und ASB) die Versorgung der leidenden Autofahrer übernommen und verteilten in der großen Sommerhitze Getränke.
Die Einheiten des THW Lauf konnte um kurz nach 16.00 Uhr wieder einrücken und die Fahrzeuge noch reinigen.
Eingesetzte Kräfte:
KBR Thiel; KBI Herrmann; KBI Schlerf
UG ÖEL
FF Schnaittach
FF Hormersdorf
FF Altdorf
FF Lauf a.d. Pegnitz
FF Röthenbach a.d. Pegnitz
FF Hersbruck
THW LAUF
VPI Feucht mit mehreren Streifen und Helikopter
Rettungsdienst mit mehreren RTWs
2 Bergeunternehmen









